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Ich bin Anastasia, und ich interviewe heute
für euch.

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00:00:06.239 --> 00:00:08.956
So erzählt uns über seinen Weg zum Studium.

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00:00:09.039 --> 00:00:14.076
Hallo, hallo, hallo, ja, wir kennen uns ja
schon etwas.

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00:00:14.159 --> 00:00:16.739
Magst du dich denn für unsere Zuschauer bitte
vorstellen?

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00:00:16.850 --> 00:00:20.465
Ja, klar, also, ich bin ja so alla, bin 27
Jahre alt.

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00:00:20.549 --> 00:00:25.826
Ich bin gebürtiger Portugiese, wohne seit
25 Jahren in Deutschland,

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00:00:25.909 --> 00:00:30.256
schon also als hier rübergekommen und wende
zwischen Dortmund

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00:00:30.340 --> 00:00:35.555
und bin im Sauerland und studiere Architektur

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00:00:35.639 --> 00:00:40.645
an unserer Fahren, also dadurch, dass meine
Großeltern

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00:00:40.729 --> 00:00:43.790
auch bei uns gewohnt haben, hier in Deutschland,
also mit uns.

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00:00:43.970 --> 00:00:46.335
Wir waren drei Generationen zu Hause, und ich
bin

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00:00:46.419 --> 00:00:50.656
halt mit meiner Oma groß geworden, und die
einzige, die Deutsch konnte,

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00:00:50.740 --> 00:00:52.816
also gut deutsch konnte, war, war meine Mutter.

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00:00:52.900 --> 00:00:55.866
Die waren vor, in den Achtzigern waren meine
Großeltern

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00:00:55.950 --> 00:00:57.265
mit meiner Mutter zehn Jahre in Deutschland,

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00:00:57.349 --> 00:00:59.649
das heißt, ich konnte schon ein bisschen deutsch.

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00:00:59.750 --> 00:01:01.000
Aber dennoch bin ich halt mit meiner Oma hauptsächlich
groß geworden.

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00:01:02.000 --> 00:01:05.000
Also war die Nachmittagsbetreuung, sag ich
mal,

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00:01:05.000 --> 00:01:08.000
und somit habe ich auch als erstes Portugiesisch
gelernt,

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00:01:08.000 --> 00:01:10.000
um mit meiner Familie zu kommunizieren zu können,

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00:01:10.000 --> 00:01:13.000
und dadurch hatte ich halt gewisse Schwierigkeiten

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00:01:13.000 --> 00:01:17.000
in der deutschen Sprache. Rechtschreibung,
Grammatik war halt nicht

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00:01:17.000 --> 00:01:20.000
so mein mein Fach, einfach Sprache ist nicht
so meins.

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00:01:20.000 --> 00:01:25.000
Ich war bei den anderen Fächern halt gut.
Mathematik, Sachkunde, hieß es.

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00:01:25.000 --> 00:01:28.000
Damals, war ich halt wirklich gut, und von
uns zu Hause

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00:01:28.000 --> 00:01:32.000
war Bildung halt sehr, sehr, sehr wichtig.
Ja, meine Oma war auch sehr bedacht.

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00:01:32.000 --> 00:01:34.000
Sie hat auch immer geholfen in so einem mathematischen
Fächern.

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00:01:34.000 --> 00:01:38.000
Natürlich in Deutsch nicht ja, aber durch
diese fehlenden

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00:01:38.000 --> 00:01:40.000
oder mangelnden, würde ich jetzt nicht behaupten.

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00:01:40.000 --> 00:01:43.000
Aber durch diese fehlenden Deutschkenntnisse,

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00:01:44.000 --> 00:01:46.000
obwohl ich da noch bessere Noten hatte als
manch anderer,

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00:01:47.000 --> 00:01:49.000
dann doch auf die Hauptschule geschickt, wegen
diesem,

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00:01:49.000 --> 00:01:51.000
wegen dieser kleinen sprachlichen barriere?

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00:01:51.000 --> 00:01:55.000
Ja, also dadurch, dass ich ein guter Schüler
war,

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00:01:55.000 --> 00:01:58.000
habe ich dann auf der Hauptschule direkt meinen
Realschulabschluss gemacht

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00:01:58.000 --> 00:02:01.000
mit Qualifikation, sprich, ich durfte aufs
Gymnasium wechseln

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00:02:01.000 --> 00:02:04.000
und mein voll Abitur zu machen, und da war
ich so motiviert, dass ich

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00:02:04.000 --> 00:02:06.000
diesen Weg auch gegangen bin. Also, ich bin
dann von der Hauptschule

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00:02:06.000 --> 00:02:09.000
nach der zehn aufs Gymnasium gewechselt und
mein voll Abitur zu erlangen,

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00:02:09.000 --> 00:02:12.000
was ich dann auch nach drei Jahren Gott sei

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00:02:12.000 --> 00:02:15.000
dank geschafft hab. Ja! -Ja, sehr, sehr toll!

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00:02:15.000 --> 00:02:18.000
Also ich habe ganz, ganz viel Respekt auch
für dich.

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00:02:18.000 --> 00:02:20.000
Das war bestimmt auch gar nicht so einfach,

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00:02:20.000 --> 00:02:22.000
das alles zu stemmen. -Ich war einer der wenigen,

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00:02:22.000 --> 00:02:24.000
der dann auch fürs Gymnasium wechseln durfte,

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00:02:24.000 --> 00:02:28.000
und das habe ich dann auch gemacht, einfach
um den Leuten zu beweisen,

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00:02:28.000 --> 00:02:31.000
auch und mir selber, weil es mein Weg war,
aber auch die anderen Leuten zu zeigen,

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00:02:31.000 --> 00:02:37.000
fast auf, es geht auch anders. Ihr müsst euch
jetzt nicht den Weg gehen,

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00:02:37.000 --> 00:02:39.000
den euch vorgeschrieben wird, versucht also,

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00:02:40.000 --> 00:02:42.000
es wird ja versucht, den Leuten einen Weg fortzuschreiben.

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00:02:42.000 --> 00:02:44.000
Aber die Entscheidung ist immer am Individuum,

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00:02:44.000 --> 00:02:47.000
welchen Weg er jetzt letztendlich geht, und
ich habe mich halt dann dafür

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00:02:47.000 --> 00:02:50.000
entschieden. Nein, ich mache Schule, ich habe
meinen Traum,

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00:02:50.000 --> 00:02:53.000
irgendwie Architekt zu werden, und dann verfolge
ich.

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00:02:54.000 --> 00:02:57.000
Und diesen, diesen Traum von Architektur hattest
du schon,

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00:02:57.000 --> 00:03:00.000
seitdem du in der Schule warst. -Ja, also als
Kind

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00:03:00.000 --> 00:03:04.000
habe ich immer sehr gerne gemalt. Das fängt
ja da an.

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00:03:04.000 --> 00:03:07.000
Ich war immer sehr kreativ und habe immer sehr
viel gemalt

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00:03:07.000 --> 00:03:10.000
und im Technikunterricht auf der Hauptschule,

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00:03:10.000 --> 00:03:12.000
wo es dann darum ging, so technische Zeichnungen
zu machen.

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00:03:12.000 --> 00:03:15.000
Das hat mich, das hat mir so Spaß gemacht,
und dann hatten wir auch Gespräche

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00:03:15.000 --> 00:03:19.000
mit Leuten vom Arbeitsamt, also die haben uns
dann so beraten,

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00:03:19.000 --> 00:03:23.000
welche Wege gibt es überhaupt? Und dann bin
ich halt dann da

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00:03:23.000 --> 00:03:28.000
auf diesen Beruf Architekt, Bauzeichner, also
irgendwas mit bauen und zeichnen,

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00:03:28.000 --> 00:03:31.000
diese technische mit der Kreativität gekoppelt.

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00:03:31.000 --> 00:03:35.000
Und ja, als ich dann, wie gesagt, den Abschluss
erlangt habe,

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00:03:35.000 --> 00:03:40.000
war dieser Weg auf einmal zum Greifen. Ja,
ja, nach dem Gymnasium

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00:03:40.000 --> 00:03:43.000
dachte ich mir, Schule muss jetzt doch nicht
sein,

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00:03:43.000 --> 00:03:46.000
und habe mich dann für eine Ausbildung entschieden,

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00:03:46.000 --> 00:03:50.000
weil ich mir dann auch dachte, oder es mir
auch nahegelegt worden ist,

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00:03:50.000 --> 00:03:54.000
teilweise durch Lehrer oder von zu Hause, du
hast eine Ausbildung,

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00:03:54.000 --> 00:03:56.000
dann bist du schon mal abgesichert, du hast
dann schon

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00:03:56.000 --> 00:04:00.000
mal was in der Was vorzuweisen beruflich gesehen.

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00:04:00.000 --> 00:04:02.000
Und ja, dann habe ich mich halt für eine Ausbildung

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00:04:02.000 --> 00:04:06.000
als Bauzeichner entschieden und habe dann in
gewechselt,

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00:04:07.000 --> 00:04:11.000
und ich hatte halt Gott sei dank um Mentor
während meiner Ausbildung,

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00:04:11.000 --> 00:04:17.000
der mir dann auch nahegelegt hat, junge, wenn
du das möchtest,

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00:04:17.000 --> 00:04:19.000
dann musst du studieren gehen, um geh studieren.

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00:04:19.000 --> 00:04:22.000
Und dann stand für mich fest, ja, ich glaube,

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00:04:22.000 --> 00:04:26.000
dauerhaft werde ich damit nicht glücklich,
und somit habe ich mich dann entschieden,

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00:04:26.000 --> 00:04:31.000
ich gehe studieren, um halt dann das nächst
höhere Ziel zu verwirklichen.

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00:04:33.000 --> 00:04:35.000
Ja, für Dortmund habe ich mich entschieden,

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00:04:35.000 --> 00:04:38.000
weil ich während meiner Ausbildung auch eine
Studentin kennengelernt habe,

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00:04:38.000 --> 00:04:41.000
die ein ähnlich oder den gleichen Weg genommen
hat

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00:04:41.000 --> 00:04:43.000
wie ich. Nach dem Abi hat sie halt eine Ausbildung
gemacht,

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00:04:43.000 --> 00:04:44.000
und nach der Ausbildung ist die Studieren gegangen,

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00:04:44.000 --> 00:04:47.000
und sie waren daher von Dortmund, und sie hat
auch immer

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00:04:47.000 --> 00:04:50.000
viel Arbeit bei uns gemacht, und dann haben
wir uns halt unterhalten.

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00:04:50.000 --> 00:04:52.000
Da hat sie mir halt von der verdorben, hat
erzählt,

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00:04:52.000 --> 00:04:56.000
wir sind ein relativ kleiner Fachbereich, und
das ist halt sehr familiär bei uns.

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00:04:56.000 --> 00:04:59.000
Also, du darfst auch den Professor oder den
Lehrenden ansprechen,

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00:04:59.000 --> 00:05:01.000
und das ist nicht, du bist nicht nur eine Nummer,

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00:05:01.000 --> 00:05:03.000
sondern mit der Zeit lernen sie dich auch kennen,

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00:05:03.000 --> 00:05:09.000
und das ist wirklich wie in der Schule, und
das hat mir halt ganz gut gefallen,

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00:05:09.000 --> 00:05:11.000
und auch die Themen, die sie angesprochen hat,
waren ganz gut.

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00:05:11.000 --> 00:05:15.000
Ein Thema, was ausschlaggebend auch war, war
der acht

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00:05:15.000 --> 00:05:18.000
semestrigen Bachelor mit Kammer. Fähigkeit
heißt,

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00:05:18.000 --> 00:05:21.000
um selbstständiger Architekt werden zu können,

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00:05:21.000 --> 00:05:24.000
muss man in die Architekturkammer eintreten,
und das kann man erst

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00:05:24.000 --> 00:05:27.000
nach dem Master oder nach dem acht semestrigen
Bachelor,

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00:05:27.000 --> 00:05:30.000
und der Verorten bietet sowas an. Und ja, dann
waren halt noch

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00:05:30.000 --> 00:05:33.000
so banale Sachen wie mein ältester Kumpel
hat in Dortmund studiert

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00:05:33.000 --> 00:05:37.000
und dachte ich, okay, ich bin nicht alleine.

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00:05:37.000 --> 00:05:40.000
Wir wohnten auch Tür an Tür, also jeder hat
gesagt, zwar seine Wohnung,

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00:05:40.000 --> 00:05:45.000
aber wir wohnten im gleichen Haus. Und ja,
es war auch die nächste Stadt

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00:05:45.000 --> 00:05:48.000
zu Hause, wo man Architektur studieren kann.
Deswegen

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00:05:48.000 --> 00:05:53.000
ist es dann Dortmund geworden. Ja, also, der
größte Tipp

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00:05:53.000 --> 00:05:59.000
ist: Studieren macht Bock. Also, es ist wirklich
eine coole Zeit,

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00:05:59.000 --> 00:06:02.000
sehr stressig, wie eben erwähnt. -Ja.

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00:06:02.000 --> 00:06:08.000
Aber auch unfassbar spannend, unfassbar frei,

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00:06:08.000 --> 00:06:12.000
wie? Wie gesagt, du kannst dir deine Arbeit
selber einteilen,

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00:06:13.000 --> 00:06:15.000
du teilst ja alles selber ein. Du lernst neue
Leute kennen,

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00:06:15.000 --> 00:06:20.000
verschiedene Kulturen, verschiedene Blickwinkel
aufs Leben auch,

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00:06:20.000 --> 00:06:25.000
und man kann so sein Horizont erweitern. Also
ich kann hier nur nicht nachlegen.

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00:06:25.000 --> 00:06:30.000
Wenn ihr ein Ziel habt, und sei es irgendwie

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00:06:30.000 --> 00:06:33.000
ein Unternehmen gründen beispielsweise, und
ihr darauf hinarbeitet,

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00:06:33.000 --> 00:06:37.000
dann geht diesen Weg auf jeden Fall nicht,
euch von anderen Leuten sagen lassen,

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00:06:37.000 --> 00:06:39.000
was auf der Hauptschule, du musst Handwerker
werden.

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00:06:39.000 --> 00:06:44.000
Nein, geht euren Weg, setzt euch hin, lernt
dafür, arbeitet dafür!

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00:06:45.000 --> 00:06:48.000
Es wird nicht einfach, nein! Aber wenn ihr
dann eure Ziele erreicht

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00:06:48.000 --> 00:06:50.000
habt, und sei es nur eine Prüfung, die ihr
geschafft habt

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00:06:50.000 --> 00:06:53.000
und wofür ihr tagelang nächtelang geackert
habt

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00:06:53.000 --> 00:06:58.000
und ihr dann durch seid, dieses Gefühl ist
einfach, es ist!

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00:06:59.000 --> 00:07:02.000
Ja, das hast du jetzt ganz, ganz toll gesagt,
wirklich, ich finde,

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00:07:02.000 --> 00:07:04.000
das sind auch ganz, ganz tolle Schlussworte

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00:07:04.000 --> 00:07:08.000
für unser Interview. Vielen dank, dass du
deine Geschichte

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00:07:08.000 --> 00:07:11.000
mit uns geteilt hast. Ich hoffe, wie ich denke,

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00:07:11.000 --> 00:07:15.000
auch, dass diese Geschichte ja Schüler irgendwo
helfen wird

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00:07:15.000 --> 00:07:18.000
oder auch nützlich sein wird und ja euch auch
zeigt,

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00:07:19.000 --> 00:07:24.000
wenn man wirklich möchte, es gibt Wege. Man
muss einfach wirklich an sich glauben,

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00:07:24.000 --> 00:07:28.000
so einfach, wie es klingt, und man macht nicht
aufgeben.

132
00:07:28.000 --> 00:07:31.000
Und wenn man irgendwo Hilfe oder Unterstützung
braucht,

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00:07:31.000 --> 00:07:34.000
auf jeden Fall auf andere zugehen, sich Mentoren
suchen wir auch,

134
00:07:34.000 --> 00:07:39.000
und dann wird es hoffentlich auch klappen.
Vielen dank nochmal an dich,

135
00:07:39.000 --> 00:07:43.000
ich bedanke ihnen unseren Zuschauern und sage
bis zum nächsten Interview

136
00:07:43.000 --> 00:07:45.000
zusammen!

