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Ich heiße Paulina Stehmann, komme aus Witten,
bin 21 Jahre alt

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und studiere Objekt- und Raumdesign im dritten
Semester

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an der FH Dortmund.

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Ja, also, eigentlich lief immer alles gut,
auch in der Schule

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und dann, als ich zwölf war, hat sich irgendwann
rausgestellt,

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ich habe eine chronische Darmerkrankung namens
Colitis Ulcerosa.

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Ich habe immer versucht, mein Leben trotzdem
so weiterzuleben

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wie ich's vorher gemacht habe. Das war natürlich
nicht immer möglich

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und auch mit viel Ängsten verbunden und mit
vielen ganz schlimmen Momenten.

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Aber ja, ich habe immer versucht, das Positive
zu sehen,

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und auch wenn die Ärzte sagen, hey das ist
chronisch,

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das geht nie wieder weg, bin ich nicht der
Meinung,

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dass ich dadurch nie wieder ein normales Leben
leben kann.

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Für mich ist die Möglichkeit, dass das irgendwann
weg ist,

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auch ohne Medikamente, trotzdem da.

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Ja, ich bin sehr stolz auf mich, dass ich diesen
Schritt jetzt gehen kann

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und auch hier im Studium, dass ich so viele
Leute habe

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denen ich mich anvertrauen konnte und dass
die mich auch immer unterstützen,

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und auch wenn ich vielleicht mal jetzt zum
Beispiel

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letztes Wintersemester häufig gefehlt habe,

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dass die mir alle Sachen direkt zugeschickt
haben, ohne zu fragen,

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die waren einfach immer direkt super unterstützend
da,

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und man kann ein normales Leben damit führen,
vor allem,

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wenn man halt die richtigen Leute an der Seite
hat.

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Es ist klar, es ist immer noch ein großer
Teil meines Lebens,

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aber es ist schon viel, viel besser als vor
zehn Jahren

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und ich weiß halt damit umzugehen, ich kann
mittlerweile offen

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über dieses Thema reden, was ich früher nicht
konnte,

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und ja, ich habe jetzt meinen ersten richtigen
Job angefangen

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oder fange ich jetzt bald an, was ich mich
vorher nie getraut habe

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und...sorry..

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Ich hätte micht gedacht, dass ich weinen muss.
Das mit dem Job kam erst gestern...

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Ja, ich kann jetzt bald meinen ersten richtigen
Job anfangen,

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was ich mich vorher halt

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nie wirklich getraut habe, allein, dass es
oft schwierig ist das

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Haus zu verlassen oder auch, sich Menschen
anzuvertrauen

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die man nicht kennt, weil man einfach Angst
hat,

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dass diese Menschen die Situation vielleicht
nicht verstehen können.

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Ich finde es einfach super wichtig, dass man
das anspricht

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und vielleicht auch darüber redet, dass sich
die Leute,

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die sich vielleicht nicht so trauen damit rauszugehen,
dass die wissen, okay,

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da gibt es noch weitere Leute die das haben
und das ist irgendwie normal

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und man kann ein normales Leben damit führen,

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ob das jetzt mit Medikamenten ist oder ohne
Medikamente,

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und dass es trotzdem natürlich schlechtere
Zeiten gibt,

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aber man die halt immer super gut überwinden
kann,

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dass es auch voll in Ordnung ist, wenn es mal
schlechte Tage gibt,

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und die dann auch einfach kommen und gehen
zu lassen

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und dann einfach wieder glücklich sein,

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wenn alles wieder gut ist.

