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00:00:02.580 --> 00:00:04.160
Das ist Marie.

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00:00:04.420 --> 00:00:07.660
Die Sonne scheint und sie ist auf dem Weg zur
Bushaltestelle.

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00:00:08.140 --> 00:00:10.280
Auf der Straße fährt ein rotes Auto vorbei.

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00:00:10.500 --> 00:00:12.580
An der Bushaltestelle sieht sie ein Plakat

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00:00:12.620 --> 00:00:15.500
der Marke XY mit einem gelben Bikini.

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00:00:16.580 --> 00:00:18.380
Neben dem Plakat steht eine Frau,

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00:00:18.380 --> 00:00:20.380
die einen seltsamen Hut trägt.

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00:00:21.160 --> 00:00:23.760
Eine ganz normale Alltagssituation.

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00:00:24.060 --> 00:00:26.160
Aber was passiert in Maries Kopf?

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00:00:26.160 --> 00:00:29.840
In unserem Alltag sind wir vielen Reizen ausgesetzt.

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00:00:30.060 --> 00:00:33.100
Die Verarbeitung dieser Reize erfolgt mit Hilfe

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00:00:33.120 --> 00:00:36.540
verschiedener Gedächtniskomponenten oder -strukturen.

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00:00:36.740 --> 00:00:38.600
Diese speichern nicht nur Informationen,

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00:00:38.600 --> 00:00:40.600
sondern verarbeiten sie auch.

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00:00:40.860 --> 00:00:42.980
Das Modell der Informationsverarbeitung

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00:00:43.080 --> 00:00:45.260
basiert auf drei Speicherformen:

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00:00:45.760 --> 00:00:47.540
Sinnesgedächtnis

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00:00:47.540 --> 00:00:49.240
Kurzzeitgedächtnis

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00:00:49.240 --> 00:00:51.500
Langzeitgedächtnis

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00:00:51.840 --> 00:00:54.780
Der Informationsfluss beginnt mit

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00:00:54.780 --> 00:00:56.740
der Aufnahme eines externen Reizes

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00:00:56.740 --> 00:00:58.520
und führt zu einer dauerhaften Speicherung

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00:00:58.520 --> 00:01:01.000
der vom Reiz übermittelten Informationen.

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00:01:01.000 --> 00:01:08.000
Über die Sinnesorgane empfangene Reize werden
nur 0,1-2

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00:01:08.000 --> 00:01:11.000
Sekunden als exakte Kopien im Sinnesgedächtnis
gespeichert.

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00:01:11.000 --> 00:01:14.000
Dies geschieht automatisch und während der
Weiterverarbeitung

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00:01:14.000 --> 00:01:18.000
im Zentralnervensystem. Dabei gehen viele Informationen
verloren.

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00:01:19.000 --> 00:01:23.000
Die Augen scannen die Umgebung.

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00:01:23.000 --> 00:01:28.000
Marie erinnert sich, dass sie für ihre Sommerferien
einen neuen Bikini braucht.

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00:01:28.000 --> 00:01:33.000
So erinnert sie sich an den Preis, die Marke
und die Farbe des Bikinis.

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00:01:33.000 --> 00:01:36.000
Viele andere Eindrücke der Situation gehen
auf

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00:01:36.000 --> 00:01:38.000
dem Weg zu ihrem Kurzzeitgedächtnis verloren.

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00:01:38.000 --> 00:01:40.000
Die ausgewählten Informationen

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00:01:40.000 --> 00:01:42.000
werden dann in das Kurzzeitgedächtnis verschoben.

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00:01:43.000 --> 00:01:48.000
Dessen Kapazität ist sehr begrenzt (ca. 7
+/- 2 Informationsblöcke).

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00:01:48.000 --> 00:01:52.000
Die Informationen stehen dem Kurzzeitgedächtnis

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00:01:52.000 --> 00:01:54.000
20 bis 30 Sekunden zu Verfügung.

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00:01:54.000 --> 00:01:58.000
Welche Informationen in das Kurzzeitgedächtnis
gelangen, hängt

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00:01:58.000 --> 00:02:02.000
vom Aktivierungsgrad des Reizes oder dem Grad
der Beteiligung ab.

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00:02:03.000 --> 00:02:06.000
Die in das Kurzzeitgedächtnis übertragenen
Informationen

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00:02:06.000 --> 00:02:09.000
werden dann decodiert und in kognitiv verfügbare
Informationen umgewandelt.

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00:02:09.000 --> 00:02:11.000
Sie können sich auf weitere Informationen
beziehen

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00:02:12.000 --> 00:02:14.000
oder zu größeren Informationseinheiten zusammengefasst
werden.

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00:02:19.000 --> 00:02:21.000
Für die Verarbeitung werden Informationen

45
00:02:21.000 --> 00:02:23.000
aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen.

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00:02:23.000 --> 00:02:26.000
"ich habe einen Artikel darüber gelesen,

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00:02:26.000 --> 00:02:28.000
wie effektiv Werbeplakate sind".

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00:02:28.000 --> 00:02:32.000
Im Kurzzeitgedächtnis werden die Informationen
über den Bikini

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00:02:32.000 --> 00:02:36.000
mit anderen Informationen verknüpft, z. B.
mit Bikinis,

50
00:02:36.000 --> 00:02:40.000
die sie noch zu Hause hat, Badeanzügen, Eis
am Strand usw.

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00:02:40.000 --> 00:02:42.000
Diese Informationen werden aus

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00:02:42.000 --> 00:02:44.000
dem Langzeitgedächtnis übernommen.

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00:02:45.000 --> 00:02:47.000
Außerdem fließen Informationen in das

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00:02:47.000 --> 00:02:50.000
Langzeitgedächtnis und werden dort gespeichert.

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00:02:52.000 --> 00:02:56.000
Das Langzeitgedächtnis enthält alle gespeicherten
Informationen.

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00:02:56.000 --> 00:03:00.000
Die Kapazität des Langzeitgedächtnisses gilt
als unbegrenzt.

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00:03:00.000 --> 00:03:03.000
Das Problem ist eher das Abrufen als das Speichern.

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00:03:04.000 --> 00:03:07.000
Je höher die Beteiligung des Nachfragers oder

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00:03:07.000 --> 00:03:10.000
je stärker die Aktivierung des Stimulus ist,

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00:03:10.000 --> 00:03:12.000
desto einfacher ist das Abrufen.

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00:03:12.000 --> 00:03:15.000
Wichtig ist auch der kognitive Aufwand,

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00:03:15.000 --> 00:03:17.000
der für die Verarbeitung erforderlich ist.

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00:03:17.000 --> 00:03:20.000
Wenn Marie am Wochenende im Einkaufszentrum

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00:03:20.000 --> 00:03:23.000
ist, erinnert sie sich an das Werbeplakat,

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00:03:23.000 --> 00:03:26.000
einschließlich Preis, Farbe und Marke des
Bikinis

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00:03:26.000 --> 00:03:29.000
und geht direkt auf dieses Geschäft zu.

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00:03:29.000 --> 00:03:32.000
Auf einem Regal voller Bikinis entdeckt sie

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00:03:32.000 --> 00:03:36.000
den gelben Bikini vom Poster und kauft ihn.

